
Chirurgische Schwerpunkte der HNO-Klinik
Jede Operation ist einzigartig – genauso wie unsere Patienten. Mit modernsten mikrochirurgischen und endoskopischen Techniken setzen wir auf schonende, präzise Eingriffe, um Funktion und Lebensqualität bestmöglich zu erhalten. Ob hochspezialisierte Mittelohrchirurgie, plastische Korrekturen oder Tumoroperationen.
Das Leistungsspektrum umfasst sämtliche Therapiemethoden im HNO-Bereich.
Bei fast allen Eingriffen werden mikrochirurgische oder endoskopische Methoden angewandt und mit simultaner Monitorübertragung in HD-Qualität sichtbar gemacht. Dies erlaubt ein schonendes, kontrolliertes Operieren und schafft optimale Bedingungen in der chirurgischen Ausbildung.
Neben Routineeingriffen wie Mandelentfernung (Tonsillektomie), Mandelverkleinerung (Tonsillotomie), Entfernung der Rachenmandel (Adenotomie), Trommelfellschnitten (Parazentese) und Paukenröhrcheneinlage sowie Nasenscheidewand-Operationen hat die Klinik eine Reihe von operativen Schwerpunkten:
Der Eingriff erfolgt prinzipiell mit Verwendung des Operationsmikroskops und einem intraoperativen Neuromonitoring (IONM) der Stimmbandnerven.
Hierdurch soll das Risiko von Nervenschädigungen minimiert und ein schonendes Operieren ermöglicht werden.
Damit entfällt auch das Einbringen einer Drainage und die Notwendigkeit von großen Hautschnitten.
Bei Kindern genügt es meist, die Verlegung des Atemwegs durch eine Mandelverkleinerung zu beseitigen.
Bei Erwachsenen mit nächtlichen Atmungsaussetzern ist es dagegen schwieriger festzulegen, wo die Atemwegsverlegung lokalisiert ist.
Hier hilft die so genannte Schlafvideoendoskopie, bei der eine Schlafsituation durch feindosierte Propofol-Gabe herbeigeführt wird, damit OÄ E. Zioga die Engstelle im Schlund durch eine digitale Endoskopie identifizieren kann.
In ausgesuchten Fällen implantiert sie dann einen Zungenschrittmacher, was einen etwa 90-minütigen Eingriff in Vollnarkose bedeutet.
Die Ohroperationen erfolgen ausschließlich mit dem Operationsmikroskop.
Hierdurch lassen sich chronische Mittelohrentzündungen und -missbildungen mittels Tympanoplastik, Stapesplastik oder Ossikuloplastik angehen.
Zur Verbesserung des Gehörs gelangen modernste Prothesen aus Titan zum Einsatz.
Außerdem können unsere Patienten mit teilimplantierbaren oder knochenverankerten Hörgeräten von allen Herstellern versorgt werden.
Bei Ertaubungen wird ein Cochlea Implant (CI) implantiert, wenn die audiometrischen und radiologischen Untersuchungen dies nahelegen.
In Einzelfällen wird bei Patienten mit einer Menière-Erkrankung eine Sakkusdekompression vorgenommen.
Eingriffe an der seitlichen Schädelbasis erfolgen nach individueller Operationsplanung unter Verwendung von Mikroskop, Neuromonitoring und Neuronavigation.
Chronische Entzündungen, Papillome oder Tumore der Nasennebenhöhlen werden schonend endoskopisch-, und/oder mikroskopisch-kontrolliert mit simultaner Kameraübertragung in HD-Qualität operiert.
Bei komplexen Eingriffen an den Nasennebenhöhlen oder der Schädelbasis wird die Sicherheit des Eingriffs durch individuelle Neuronavigation mit multiplanarer radiologischer CT-Schnittbildtechnik erhöht.
Bei der Tränenwegs-Chirurgie wird der Tränensack ausschließlich durch die Nase unter mikroskopischer oder endoskopischer Kontrolle eröffnet.
Nasenscheidewanddefekte werden bis zu einer bestimmten Größe mikroskopisch-kontrolliert verschlossen, gelegentlich werden hierbei Ohrknorpeltransplantate verwendet.
Objektivierbare, störende Formen der äußeren Nase werden nach Entwicklung eines individuell abgestimmten Operationsplans beseitigt.
Hierbei lässt sich die meist gleichzeitig bestehende Nasenatmungsbehinderung in einer einzigen Operation angehen.
Auf eine langfristige Nachbetreuung der Patienten wird großer Wert gelegt. Dies gilt auch für das Konzept zur Behandlung abstehender Ohren, Anlageanomalien der Ohrmuscheln, Schlupflider, Tränensäcke und schlaffer Hals- oder Gesichtshaut.
Erkrankungen der großen Kopfspeicheldrüsen sind häufig auf Tumore zurückzuführen.
Operationen an der Ohrspeicheldrüse sind besonders anspruchsvoll, da Äste des Gesichtsnervs fächerförmig durch die Ohrspeicheldrüse ziehen.
Die konsequente mikroskopische Darstellung der Nervenäste mit gleichzeitigem Neuromonitoring ermöglicht eine optimale Nervenschonung.
Dieses Verfahren wird deswegen auch bei der Entfernung der Unterkieferspeicheldrüse angewandt.
Die individuellen Konzepte der Tumortherapie werden in der interdisziplinären Tumorkonferenz abgestimmt.
Um wichtige Funktionen wie Sprechen und Schlucken zu erhalten, wird auf modernste LASER-Verfahren und mikrovaskulär-reanastomosierte, freie Transplantate zurückgegriffen.
Insbesondere bei der Rekonstruktion von Zunge, Gaumen, Schlund und Kehlkopf hat sich dieses Verfahren bewährt.
Hierzu zählen Eingriffe bei Zysten, Verwachsungen, Schwellungen, Knötchen, Entzündungen und Tumoren des Kehlkopfs.
Bei einer Kehlkopfentfernung bringen wir regelhaft eine Stimmprothese ein, mit der die Patienten schon kurze Zeit nach der Operation wieder eine fast normale Stimme bilden können.
Bei kleineren Kehlkopftumoren wird ein moderner CO2-LASER zum Einsatz gebracht und der Kehlkopf kann erhalten bleiben.
Diese besonders anspruchsvollen Operationen am Kehlkopf dienen der Verbesserung der Stimmqualität.
Unter mikroskopischer oder videoendoskopischer Kontrolle werden Zysten, Polypen, Granulationen und Narben abgetragen, Lücken oder Narben an den Stimmbändern beseitigt oder diese verlagert.
Hierzu verwendet OÄ Dr. Männer entweder körpereigene Materialien wie Fett oder setzt spezielle Implantate in den Kehlkopf ein.
Phonochirurgische Eingriffe erfolgen meist in Kombination mit einer logopädischen Therapie.
Ein spezielles Interesse gilt der chirurgischen Behandlung von Schluckstörungen.
So werden verschiedene endoskopische Verfahren (CO2-LASER, Stapler) und die transzervikale offene Methode für Patienten mit einem Zenker-Divertikel angeboten.
Wucherungen der Halswirbelsäule (Osteophyten), die den Schlund einengen, werden abgetragen.
Ein überregionaler Schwerpunkt besteht in der Behandlung angeborener und erworbener Verengungen von Kehlkopf und Luftröhre (Larynxstenose, Trachealstenose) durch individuelle Operationstechniken (Tracheaquerresektion, cricotracheale Resektion, Schildknorpel- und Rippenknorpeltransplantate).
Zur optimalen Versorgung der Kinder besteht eine enge Kooperation mit den Städtischen Kliniken Mönchengladbach.