Chefarzt – Vita & Mehr
Jochen Windfuhr

Unsere Patienten so behandeln als seien es Angehörige.

Prof.Dr.med. Jochen Windfuhr Chefarzt der Klinik für Hals-, Nasen-, Ohren-Heilkunde

Drei Fragen an : Prof. Dr. med. 
Jochen Windfuhr

Patienten liebevoll und kompetent zu behandeln, das ist das Ziel. Wir nehmen uns für sie Zeit, erklären Befunde und Therapien verständlich und sind immer nah am Patienten – sei es im Gespräch oder bei den täglichen Visiten.

Von meinen prägenden Lehrern habe ich bereits vor über 34 Jahren die Bedeutung von zwei zentralen Begriffen gelernt: Caritas und Humilitas. Caritas ist das „sich kümmern“ um unsere Patienten, die uns ja ihr Vertrauen schenken. Egal, ob es um einen Tumorpatienten geht, um jemanden, der sich aufgrund einer ästhetischen Veränderung unsicher fühlt oder unter einer Hörbehinderung leidet. Gerade bei Kindern ist es mir wichtig, den besorgten Eltern unmittelbar nach der Operation Informationen über den Ablauf zu geben.

Humilitas, die Demut, ergreift mich immer wieder, wenn es uns gelingt, besonders schwierige Probleme glücklich gelöst zu haben. Wir Ärzte haben ja nicht immer alles als Einzelperson in der Hand, für den Erfolg braucht es meist ein Team, Kollegen anderer Fachdisziplinen, aber auch modernste Medizintechnik. Diese Dankbarkeit begleitet mich jeden Tag.

Ich bin nun wirklich kein Motorsportfan, aber der Boxenstopp bei Rennen in der Formel 1 dient mir als perfektes Bild für Teamarbeit.  Auf jeden Einzelnen kommt es an, jeder muss sich maximal mit seiner Aufgabe identifizieren, das Beste liefern wollen und bereit sein, viel dafür zu üben. Das ist die Voraussetzung, um Rennen zu gewinnen.

Sehen Sie sich den Film „This is it“ von Michael Jackson an, da spüren Sie, wie sehr sich die jungen Tänzer mit Ihrer Aufgabe identifizieren. Inspiriert von Ihrem Idol legen sie dann eine Performance hin, die sie sich selbst nicht zugetraut hätten.

Natürlich liefern wir in der Medizin kein Showprogramm, aber es geht mir ja um den Teamgedanken. Wir streben immer nach der bestmöglichen Begleitung und Therapie unserer Patienten, die sich ja mit einem Vertrauensvorschuss an uns wenden. Über die menschliche Zuwendung und die eigene Facharztausbildung hinaus dienen uns natürlich die Forschungsergebnisse von Studien, Leitlinien der wissenschaftlichen Fachgesellschaften und Kongressmitteilungen als Grundlage unserer medizinischen Behandlung. So stellen wir sicher, dass wir bei jedem Krankheitsbild die passende Behandlung wählen.

Ein gutes Beispiel ist unsere wöchentliche Tumorkonferenz. Gemeinsam mit den Kollegen der anderen Kliniken besprechen wir jeden einzelnen Patienten – ich sage extra nicht „Fall“ – und beraten uns gegenseitig bei der Wahl der bestmöglichen Therapie.

Besonders wichtig ist uns auch, unsere Arbeit regelmäßig überprüfen zu lassen. So lassen wir uns jedes Jahr von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizieren, was ich gleich zu Beginn meines Dienstantritts vor 15 Jahren angestrebt habe. Da werden wir von speziell geschulten Fachärzten geprüft, die sich mit unseren Behandlungskonzepten und der Fachkompetenz, übrigens nicht nur des Ärzteteams, auseinandersetzen und dies bewerten. Es freut mich, dass wir hierbei immer sehr gut bewertet wurden. So können wir sicher sein, unseren Patienten die bestmögliche Versorgung zu bieten.

Was mich an der HNO-Heilkunde fasziniert, ist die Feinheit der Chirurgie im Kopf-Hals-Bereich, hier besonders die plastische Chirurgie. Der Grund, warum ich überhaupt in dieses Fachgebiet gegangen bin, war eine Vorlesung, die ich als Student gehört hatte. Der Dozent zeigte Bilder von Korrekturen nach Unfällen und Tumorerkrankungen, aber auch kosmetischen Eingriffen – und das hat mich sofort begeistert. Ich wollte das unbedingt lernen und später selbst durchführen.

Die Methoden in der Plastischen Kopf-Hals-Chirurgie haben sich in den letzten 30 Jahren enorm weiterentwickelt. Das gilt sowohl für die Rekonstruktionen, bei denen es darum geht, einen Kehlkopf, eine Zunge, den Schlund oder große Hautareale wieder herzustellen. Aber auch in der ästhetischen Chirurgie tut sich viel. Gerade bei Nasenkorrekturen erleben wir gerade einen Wandel, der enorm spannend ist und verblüffende Resultate hervorbringt.

Nicht zu vergessen sind die Sinnesorgane, die so empfindlich sind, dass Ihre Funktion ganz entscheidend für unsere Lebensqualität ist. Ein Patient, der sein Riechvermögen verloren hat, weil die ganze Nase voll mit Polypen ist kann gleichzeitig dann auch nicht mehr schmecken – was für ein Verlust! Hier helfen Operationen, die mit feinen Instrumenten durch die Nase operiert werden, von außen also völlig unsichtbar.

Schwerhörig oder taub zu sein hat dramatische Folgen für unser Leben. Wir wissen inzwischen, dass Schwerhörigkeit die Demenzentwicklung, aber auch eine Gangunsicherheit bei Älteren fördert. Hier können wir inzwischen mit unseren Mittelohrprothesen oder Cochlea Implantaten helfen und den Patienten wieder das geben, was man als Teilhabe bezeichnet, also aktives Mitglied in einer Gemeinschaft zu sein.

Schwindelbeschwerden erscheinen oft als Lappalie, sind es aber nicht. Im Gegenteil, bei Schwindelattacken berichten die Patienten uns oft von regelrechter Lebensangst, weil sich die ganze Welt dreht und es Ihnen furchtbar elend geht. In ausgesuchten Fällen helfen dann Operationen, um den Patienten dieses dramatische Gefühl zu nehmen.

Vita

Prof. Dr. med. Jochen Windfuhr
Geboren 1965 in Trier
Studium in Mainz, 
Abschluss im Jahr 1991
seit 2010 Chefarzt
Facharzt für HNO-Heilkunde
Plastische und ästhetische Operationen
Spezielle Hals-Nasen-Ohren-Chirurgie
Verkehrsmedizin
Gesundheitsökonom (EBS)

Seit 1.4.2010
Chefarzt
 der Klinik für Hals-, Nasen-, Ohren-Heilkunde, Kliniken Maria Hilf GmbH
2003 – 2010
Stellvertreter des Klinikdirektors Hals-Nasen-Ohren Klinik, Malteser Krankenhaus St. Anna, Duisburg
2000 – 2003

Leitender Oberarzt
 Hals-Nasen-Ohren Klinik, Malteser Krankenhaus St. Anna, Duisburg
1997 – 2000
Oberarzt 
Hals-Nasen-Ohren Klinik, Malteser Krankenhaus St. Anna, Duisburg
1996
Funktionsoberarzt
 Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, St. Elisabeth Krankenhaus GmbH, Köln

1992 – 1996
Assistenzarzt
Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, St. Elisabeth Krankenhaus GmbH, Köln
1991 – 1992
Arzt im Praktikum
Hals-Nasen-Ohren-Klinik, Mutterhaus der Borromäerinnen, Trier

– HNO-Heilkunde (volle Weiterbildung)

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